Block 2 - Reflexion Rollenspiel
Auf
das Rollenspiel war ich sehr gespannt, vor allem ob dieses sinnvoll
online über Zoom ablaufen kann. Ehrlich gesagt war ich froh, nicht
die Rolle der Mediatorin zugeteilt bekommen zu haben, da ich mich
dafür noch nicht fit genug in der Materie gefühlt habe. Die Rolle
einer Person aus der Stadtvertretung zu übernehmen, die den
Kiesabbau ungeachtet der ökologischen Folgen befürwortet, war für
mich sehr spannend. Beruflich vertrete ich nämlich täglich die
Seite der Umweltinteressen. Deswegen hatte ich anfangs Sorge, im
Rollenspiel nicht glaubwürdig auftreten zu können. Es stellte sich
aber heraus, dass ich mir die Argumentationsweisen der
wirtschaftlichen Interessensvertretenden ins Gedächtnis rufen und so
meine Rolle recht gut verkörpern konnte. Da ich meinen „Gegner“
in dem Konflikt aus dem Studium kannte, fiel es uns recht leicht,
etwas ausfallender und emotionaler im Rollenspiel aufzutreten, was
das Ganze für unsere Mediations-Kollegin nicht einfach machte. Sie
blieb allerdings neutral und konstruktiv und versuchte, unsere
gemeinsamen Interessen ans Licht zu bringen. Es war eine gespielte
Situation, in der wir uns auch gegenseitig mehrmals zum Lachen
brachten. Trotzdem konnte ich gut nachfühlen, wie unangenehm und
stressgeladen eine solcher Konflikt für die beiden Streitparteien
sein kann. Schnell driftet das Gespräch nämlich in eine
unkonstruktive und persönliche Richtung ab, aus der man alleine nur
schwer wieder in Richtung eines sinnvollen Diskurses kommt. Deswegen
ist mir wieder einmal klar geworden, wie wichtig die Rolle der
Mediatorin oder des Mediators ist. Meine beiden Mitspielenden haben
ihre Sache meiner Meinung nach für die erste Mediations-Situation
wirklich gut gemeistert.
Liebe Regina
AntwortenLöschenIch finde, du hast deine Rolle als Vertreterin der Stadt wirklich sehr glaubwürdig gespielt. Es war nicht einfach für mich, dein Redefluss zu unterbrechen. Obwohl du Alain manchmal persönlich angegreiffen hast, was bestimmt Teil deiner Rolle war, hast du gute sachliche Argumente gebracht. Man hat gemerkt, dass du dich vorbereitet hast. Ich denke das ist auch im Ernstfall wichtig. Es lohnt sich zu überlegen, was die gegnerische Partei wohl für Argumente ins Feld führen wird uns sich entsprechen vorzubereiten. In einem Konfliktgespräch geschieht es manchmal tatsächlich, dass ich die andere Person nicht zu Wort kommen lasse oder unterbreche, um meine Meinung durchzusetzen. Ich möchte mich in Zukunft darauf achten, den Gesprächsteilenhemenden mehr Zeit lassen um zu reagieren.
Hey Regina,
AntwortenLöschenIch hab mich gefreut, als ich gesehen hab, dass wir miteinander das Gespräch führen sollen, weil ich wusste, dass wir uns dabei wohl etwas provozieren und herausfordern würden. Dementsprechend hat es sehr Spass gemacht, mit dir zu diskutieren und ich fand, dass du deine Sache sehr gut gemacht hast. So waren deine Angriffe sorgfältig ausgewählt und schafften es manchmal, mich aus der Reserve zu locken, während sie nach Anstandsregeln völlig in Ordnung gehen. Hier hast du, wie ich es sehe, einen guten Spagat hingekriegt: Das Gespräch blieb sachlich, aber die Sticheleien haben dir taktischen Vorteil verschafft – eine Methode, die ich sehr geeignet finde, auch wenn sie nicht klassisch an der Kooperation orientiert.
Lieben Gruss,
Alain
Liebe Regina
AntwortenLöschenDas kann ich gut verstehen, die Rolle der Mediatorin ist sicher die Anspruchsvollste :) Falls du die Gelegenheit hast, diese Rolle bei einem Rollenspiel doch noch einzunehmen, empfehle ich es dir sehr. Obwohl es anstrengend ist, lernst du in dieser Rolle mit Abstand am meisten. Toll, dass ihr euch herausfordern konntet und "hart" diskutieren konntet in euren zugewiesenen Rollen. Genau das ist auch das Ziel dieser Rollenspiele, dass ihr ausprobieren und auch ohne Konsequenzen mal eure Komfortzone etwas verlassen könnt.
Liebe Grüsse
Rahel